Bindungsverhalten bei Kindern

Elternseminar zu Bindungsverhalten bei Kindern

Autor: Laura Meyer (Bsc.) Universität Sarbrücken, Psychologie

Bindungsverhalten bei Kindern wird maßgeblich durch die menschliche Kommunikation beeinflusst. Die Diplom-Psychologin Carola Hoffmann starte über eine kleine Blitzlichtrunde das Elternseminar. Ein Herr erzählt, dass er demnächst Enkelkinder bekomme und sich gerne auf den neusten Stand bringen würde. Eine Erzieherin berichtet, dass sie bald selbst Mutter werde und gerne mit ihrem Partner gemeinsam entscheiden würde, wie das Kind dann erzogen werden soll. Eine Tagesmutter erzählt, dass ihre Kinder schon alle erwachsen seien, aber sie jetzt nochmal ein Kind bekommen habe und sich gerne weiterbilden möchte.

Bindungsperson ein wichtiger Faktor in der Erziehung

Im Seminar erklärt die Diplom-Psychologin Carola Hoffmann zunächst, dass die wichtigen Bindungspersonen des Kindes die Bedürfnisse der Kinder intuitiv wahrnehmen können. Man spreche in Gegenwart von kleinen Kindern und Babys häufig in „Ammensprache“ und verstärke dabei seine Mimik und Gestik automatisch. Das verstärke die Bedeutung des Gemeinten. Als „Input“ für das Baby reiche meistens schon die Verhaltensänderung zum Baby hin.  Der Inhalt ist dabei noch nicht so wichtig. Imitation und Wiederholung seien dabei aber wichtig, um das Baby anzuspornen, neues Verhalten und neue Laute zu entwickeln.

Selbstwert und Selbstkonzept entwickeln und fördern

Gerade vor dem Schlafen gehen ist die Empfehlung ruhig mit dem Kind zu sprechen. Durch unterschiedliches Sprechen kann man dem Kind dadurch unterschiedliche Gefühle vermitteln. Dabei reicht es auf „Input“ des Kindes zu warten und erst dann darauf zu reagieren. Diese Reaktionen werden noronal gespiegelt, dafür sorgen die sogenannte „Spiegelneuronen“ in unserem Gehirn. Wenn man dem Kind gegenüber beispielsweise zu flach im Affekt bleibt oder anderweitig inadäquat reagiert, kann das beim Kind Stress auslösen.

Umgang mit Kindern

Wenn adäquat auf das Kind reagiert wird, erlernt dieses Selbstwirksamkeit, das bedeutet, es lernt, dass es seine Umwelt durch das eigene Verhalten verändern kann. Die Diplom-Psychologin weist in diesem Zusammenhanf darauf hin, dass dies eine der wichtigsten Kompetenzen für die Entwicklung des Kindes ist, da dadurch auch Selbstwert und Selbstkonzept des Kindes beeinflusst werden. Wird nicht gleich und adäquat auf die Äußerungen des Kindes reagiert, könnte das Kind unter Umständen in eine so genannte „erlernte Hilflosigkeit“ verfallen, was einen Risikofaktor für viele psychische Krankheiten darstellt.

Bindungsverhalten fördern

Ohne soziale Zuwendung und Interaktion, könne das Kind kein Selbst entwickeln. Evolutionär ist die Bindung für Babys überlebenswichtig, da sie sich beispielsweise noch nicht aus einer Gefahrensituation bewegen können und auf die Bindungsperson angewiesen sind. Auch die Feinfühligkeit, also der Grad, in dem die Bezugsperson verstehe, was das Baby wolle oder brauche, sei für die weitere Entwicklung entscheidend. Missverständnisse kämen trotzdem immer wieder einmal vor, das sei normal.

 

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