Resilienz fördern und Stresswiderstand bei Kindern und Jugendlichen stärken

3 Faktoren der Resilienzforschung

Risikofaktoren, Schutzfaktoren und Kompetenzorientierung

Um Resilienz zu fördern, betrachten wir zunächst die Risikofaktoren, also die Faktoren die einer guten Entwicklung des Kindes im Weg stehen können. Dazu zählen die biologischen und psychologischen Risiken, wie Faktoren der Schwangerschaft (Alkohol in der Schwangerschaft, Frühgeburt, etc.), genetische Variablen und psychosoziale Risiken (Armut, traumatische Erlebnisse). Zu den Schutzfaktoren gehören die Ressourcen, die im Kind liegen, wie Freundlichkeit, Intelligenz, „Schönheit“ oder auch das weibliche Geschlecht. Förderlich sind außerdem Modelle positiver Konfliktbewältigung in der Familie sowie eine stabile emotionale Bindung zu einer Person (Lebenswurzeln). Des weiteren wird Selbstwirksamkeit (ebenso ein guter Schutzfaktor) in der Bindungsphase gelernt. Beispielsweise sind sicher gebundene Kinder (Bowlby & Ainsworth) häufig selbstsicherer und resilienter. Weitere Schutzfaktoren, die ein Kind selbst mitbringen kann sind Optimismus, eine starke Problemlösefähigkeit und Zielorientierung, ein positives Selbstbild, die Fähigkeit zur Selbstregulation sowie viele Interessen und Hobbys.

Was bedeutet Resilienz und wie kann ich als Elternteil Resilienz fördern?

Ein Kind das resilient ist, lässt sich metaphorisch sehr gut mit einem Löwenzahn vergleichen, der trotz Hindernissen aufblüht und sich beispielsweise durch eine harte Betonschicht kämpft, sobald er nur einen kleinen Spalt, ein wenig Wasser und Licht bekommt. Das Wort „trotz“ oder „trotzdem“ ist hier ausschlaggebend, da der Löwenzahn wortwörtlich den widrigen Umständen trotzt. Auf die menschliche Psyche übertragen, kann Resilienz als mentale Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken definiert werden. Kurz gesagt, geht es darum „Lebenskrisen“ durch die schon vermittelten Ressourcen zu überstehen.

Als solche Krisen werden beispielsweise Entwicklungsübergänge (= störungssensible Phasen) wie der Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule oder die Pubertät, beschrieben. Jedoch erweist sich die Resilienz auch bei Erwachsenen als bedeutsam, wenn diese mit einschneidenden Lebensereignissen, wie dem Übergang vom Arbeitsalltag in die Rente, konfrontiert werden. (Wichtig zu wissen ist, dass Resilienz keine lebenslange Fähigkeit darstellt, aber dass sie immer wieder neu erlernbar ist.)

Wie kann man resiliente Verhaltensweisen fördern?

Zunächst sollten Eltern das Kind ohne Vorbedingungen wertschätzen und sich für das Kind und seine Aktivitäten interessieren. So fühlt es sich ernst genommen und traut sich mehr aus sich herauszugehen. Genauso ist es wichtig dem Kind nichts abzunehmen, was es schon kann. Hier gilt die Devise, das Kind zu unterstützen, seine Stärken zu stärken und seine Schwächen zu schwächen. Auf diese Weise können Kinder eher ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen. Außerdem ist es hilfreich einen positiven Glauben an die Zukunft zu entwickeln beziehungsweise diesen zu fördern.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Förderung resilienter Verhaltensweisen ist das Zeigen von Empathie durch aktives Zuhören. Man sollte Kindern nicht vorschreiben, was sie zu denken haben und sie nicht unterbrechen, wenn sie von sich aus etwas erzählen. Besonders essenziell ist die Akzeptanz! Die Besonderheiten jedes einzelnen Kindes sollte angenommen werden und in gewissem Maße sogar unterstützt werden. Man sollte sich bewusst sein, dass „eine Größe nicht für alle passt“.

Kompetenzinseln für Kinder schaffen

Hilfreich kann es auch sein die Kompetenzinseln der Kinder zu identifizieren und Freude an ihrem Erfolg zu zeigen und vor allem ihnen genug Zeit zu lassen, um gewisse Aufgaben zu bewältigen. Es muss nicht alles immer direkt funktionieren! Um dies zu verdeutlichen, ist es wichtig ein resilientes Vorbild zu sein, dies beinhaltet zu verbalisieren wenn den Eltern auch mal etwas misslingt. So wird den Kindern demonstriert, dass es ganz normal ist Rückschläge zu haben und dass es sich trotzdem lohnt weiter zu machen.

Seminar und Vortrag „Resilienz fördern“

Am 13. Mai 2019 fand im DRK Krankenhaus Saarlouis ein Vortrag zum Thema „Resilienz/Resilienz fördern“ statt. Viele Eltern, Großeltern und weitere Interessierte waren anwesend, um mehr über das Thema zu erfahren. Manche kamen aus persönlichen Gründen und wollten wissen, wie sie möglicherweise einem Kind, das unter schwierigen Umständen aufwächst oder welches sich in einer schwierigen Entwicklungsphase befindet, helfen können. Des Weiteren kamen Fragen auf, ob Resilienz vererbbar oder erlernbar sei und ob es möglich ist, die Unterschiede diesbezüglich in einer Geschwisterreihe auszugleichen. Auf diese und weitere Fragen wurde im Laufe des Vortrags eingegangen.

Vortragsveranstaltungen, Workshops und Seminare

Die Psychologische Praxis bietet zahlreiche Informations- und Seminarveranstaltung in der Erwachsenenbildung zu psychologischen Schwerpunktthemen wie Kindererziehung, Personalentwicklung und Konfliktbewältigung an.

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