Kindertrotzphasen

Umgang mit trotzigen Kindern

Wie gehe ich mit einem trotzigen Kind um?

Das „klassische Trotzalter“, als sogenannter Übergangsabschnitt, der meist im zweiten Lebensjahr beginnt und bis zum vierten Lebensjahr anhält, wird in der Entwicklungspsychologie häufig als „Autonomiephase“ bezeichnet. Die Dauer und Intensität dieses „Trotzalters“ ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die Autonomiephase steht auch in engem Zusammenhang mit der Sprachentwicklung des Kindes. Das Kind ist nun in der Lage sich gemäß den eigenen Wünschen und Interessen zu verhalten. Der eigene Wille erwacht und es entsteht ein Gefühl der Selbstwirksamkeit, also das Bewusstsein, Urheber von Wirkungen in der Umwelt zu sein.

Ebenso entsteht ein Verständnis dafür, dass mit dem eigenen Verhalten aktiv Dinge gesteuert und kontrolliert werden  können. Der bedeutende Entwicklungsschritt ist, dass das Kind nun die Erfahrung machen muss, dass die eigenen Wünsche und die des Gegenübers nicht immer kongruent sind. Wird das Kind aber an der Erfüllung seiner Bedürfnisse gehindert und steht kein alternativer Handlungsplan zur Verfügung, kommt es zu meist icht steuerbaren Gefühlsausbrüchen. Die Kinder lernen in dieser Zeit ebenfalls, dass es für beinahe jede Entscheidung eine Alternative gibt. Sie sind mit dieser Situation meist überfordert, da sie noch nicht wirklich Angebote miteinander vergleichen können. Beispiel: Wenn man also zwei Möglichkeiten, beispielweise beim Essen anbietet, wird sich das Kind meist schnell für die zweite Möglichkeit entscheiden, ohne aber angemessen vergleichen zu können. Wenn die Mahlzeit nun serviert wird, merkt das Kind womöglich, dass es doch lieber die andere Alternative gehabt hätte. Da es diesen Unmut über die Situation jedoch nicht angemessen kommunizieren kann, entlädt der Frust sich in einem Wutausbruch.

Trotz ist Widerstand

Trotz, als Verhalten des Widerstands, äußert sich also in heftigen Gefühlsausbrüchen. Von „auf den Boden werfen“ bis zum „Schreianfall“, diese Wutausbrüche sind für beide, Eltern und Kind, enorm anstrengend. Von Eltern werden die Wutausbrüche häufig als Willkür empfunden, doch stellt das Streben des Kindes nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit eine wichtige Entwicklungsphase dar. Für Eltern ist es wichtig bei Trotzanfällen ihres Kindes einen klaren Kopf zu behalten, ruhig und konsequent zu bleiben. Außerdem sollten sie sich deutlich machen, dass sich das Kind  in diesem Moment hilflos und ohnmächtig fühlt. Es ist dabei seinen eigenen Aggressionen ausgesetzt. Nach dem Trotzanfall verlangt das Kind nach Nähe und Ruhe. Man sollte ruhig über die Situation reden und dem Kind deutlich machen, dass es angenommen und geliebt wird. Vorwürfe sind in dieser Situation kontraproduktiv. Die „Trotzphase“ ist eine Herausforderung für Eltern und Kind, jedoch auch eine wichtige Phase in der Entwicklung des Kindes. Auch diese Phase kann mit Verständnis für die Auslöser eines Trotzanfalls und Ruhe und Klarheit gemeistert werden.

Inhalte des Elternworkshops

  • Ab wann beginnt das „Trotzalter“?
  • Wie wichtig ist Trotz als Entwicklungsphase?
  • Wann sollte die Trotzphase vorbei sein?
  • Was hat Trotz mit Abnabelung zu tun?
  • Wie reagiere ich auf ein trotzendes Kind?
  • Wie kann ich meinem Kind und mir helfen?

Dies und mehr wird individuell und lösungsorientiert mit den Eltern erarbeitet.

Literaturempfehlung: Siegler, DeLoache, Pauen & Eisenberg-Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter (2005)

themenrelevante Seminare und Workshops zu Umgang mit trotzigen Kindern

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