Wie erkläre ich meinen Kindern Corona?

Wie erkläre ich meinen Kindern Corona?

Audio | 08.04.2020 | Dauer: 00:03:23 | SR 1 – (c) Daniel Simarro, Carola Hoffmann

Kinder und Corona, wie erkläre ich meinen Kindern Corona und die Zusammenhänge? Nicht nur für Erwachsene ist die Corona-Krise eine Herausforderung, gerade für unsere Kleinsten ist das alles eine ungewohnte Situation. Aber wie erklärt man den Kindern die aktuelle Lage rund um die Ausgangsbeschränkung?  SR1 Moderator Daniel Simarro hat mit der Psychotherapeutin Carola Hoffmann darüber gesprochen.

Daniel Simarro von SR1: Wir sind in Woche drei, in denen viele Eltern zu Hause Krisenmanager spielen und eben mit fragenden Kindern konfrontiert werden. Zum einen zur Coronakrise, zum anderen aber auch ihre Kinder beschäftigen müssen und sollen – bestmöglich. Das ist nicht immer einfach. Wir sprechen mit Carola Hoffmann, sie ist Psychotherapeutin in Saarbrücken und arbeitet da viel mit Kindern und Jugendlichen. Hallo Frau Hoffmann…..

Carola Hoffmann: Ja Hallo!

Daniel Simarro von SR1: Was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung die man jetzt gerade mit Kindern hat?

Carola Hoffmann: also ich denke zunächst ist die größte Herausforderung, die ich bei mir in der täglichen Arbeit erlebe, dass auch die Erwachsenen verunsichert sind . Das wirkt sich natürlich auch auf die Kinder aus. Das heißt, wichtig was wir als Eltern tun müssen, ich habe selbst vier Kinder, ist, den Kindern Sicherheit geben. Und Sicherheit können wir im Moment vermitteln, indem wir eine klare Struktur vorgeben.

Daniel Simarro von SR1: Das ist jetzt gerade in Zeiten von der Corona-Krise, wo man als Erwachsener selbst jetzt nicht immer den klaren Durchblick hat, nicht ganz einfach. Diese Herausforderungen, dass es ja schon ein Unterschied ist, ob ich jetzt mit einem Kita-Kind spreche, oder mit jemand der kurz vor dem Abi steht?

Ungefilterte Nachrichten zu Corona bei Kindern vermeiden

Carola Hoffmann: Ja auf jeden Fall also bei Vorschulkindern sollte aktuell, was das Thema Corona angeht, sollte der Zugang zu Radio, Fernsehen und Internet so weit wie möglich eingeschränkt werden, weil diese ungefilterten Nachrichten können von Vorschulkindern überhaupt noch nicht verarbeiten werden. Hier sollten die Eltern mit den Kindern darüber reden und gegebenenfalls Bücher nutzen. Bei Grundschulkinder ist es ganz wichtig die Medien gemeinsam zu nutzen um eben Missverständnisse zu erkennen; bei älteren Kindern und Jugendlichen ist es ganz wichtig dass die offenen Fragen besprochen werden und dabei ist es auch sehr wichtig nie über die Fragen der Kinder hinaus zu gehen. Das bedeutet zum einen: Bitte nicht katastrophaleren aber auch nicht bagatellisieren.

Daniel Simarro von SR1: Meine beiden Töchter spielen in letzter Zeit sowieso schon mehr zusammen. Dabei könnte ich mir vorstellen, dass gerade diese Zeit für Einzelkinder nicht so einfach ist. Wenn die Nachbargeschwister zusammen draußen spielen, oder die Nachbarn die sich nicht an die Regeln halten und Besuch auch von anderen Kindern haben, wie erkläre ich das denn?

Widerstand ernst nehmen und gemeinsam besprechen

Carola Hoffmann: Das ist immer eine schwierige Geschichte. Dabei sind die eigenen Wertvorstellungen die ich als Elternteil vertrete. Bei einem Einzelkind muss ich mich hier als Elternteil auch ganz anders darauf einstellen und vielleicht hier eher diese Sozialmedien nutzen. Wenn ich sehe, dass die Nachbars-Kinder in Zeiten von Corona zusammen drausen spielen oder regelwidrig im Moment Freunde einladen, dann kann ich hier sagen, „die verstoßen gegen die Regeln und das ist nicht in Ordnung“. Dann kann es auch zu Widerstand kommen und somit ist es wichtig die Gefühle ernst zu nehmen. Dann kann man hier auch mal die Kinder spiegeln und sagen „ja das macht dich jetzt sauer?!“. Dadurch fühlen sich die Kinder auch verstanden. Ich möchte jetzt auch eine Bootschaft an alle Eltern abgeben: sorgt jetzt gut für euch, denn wenn es euch gut geht, dann geht es auch den Kindern gut.

Daniel Simarro von SR1: Mama und Papa sind der Fels in der Brandung und da ist es auch wichtig, dass die auch auf sich aufpassen. Dankeschön an die Psychotherapeutin Carola Hoffmann.

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